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2010/11 || sonja bäumel in Kollaboration mit erich schopf Sonja Bäumel und Erich Schopf zeigen den (un)sichtbaren Mikrokosmos eines menschlichen Individuums vom 11.11.2010. Sie entwickeln und sprechen eine Sprache zwischen Kunst und Wissenschaft und kreieren so ein chemisch lebendes Ganzkörpergemälde. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der aus den Hautbakterien bestehenden (un)sichtbaren Körperhülle von Sonja Bäumel und der in einer bestimmten Wiener Umgebung, an einem bestimmten Tag, gesammelten Bakterien. Die konzeptuelle Forschungsreise drückt sich durch eine Vielzahl von Experimenten an Sonja Bäumels Körper aus. Mittels einer eigens entwickelten Technik wird Sonja Bäumels natürliche Hautbakterienschicht abgetragen und statt ihrer eine künstliche Bakterienschicht appliziert. Die Fertigstellung des großflächigen Kunstwerks im Maßstab 1:1 erfordert einen extrem hohen wissenschaftlich sowie technischen Aufwand und ist eine neuartige, mutige Herausforderung. Die Bakterien wurden gesammelt um sie auf einem externen Medium heranwachsen zu lassen. Ein bestimmter Körperteil wächst somit unabhängig vom menschlichen Lebewesen in einer vielfältigen Farbenpracht heran. Des Weiteren wurden die verschiedenen Morphologien, die Farben und die Anzahl der Bakterien an den unterschiedlichen Körperzonen beobachtet, bestimmt, gezählt und dokumentiert. Dadurch können sie in späteren Arbeitsschritten beim Körperabdruck an den gewünschten Körperstellen sichtbar gemacht werden. Die Bakterien wurden gezüchtet, teilweise wieder belebt und bei -70°C am Leben erhalten. In Experimenten einer Interaktionsstudie wurde die hierarchische Rangordnung der Bakterien untereinander festgestellt, um herauszufinden in welcher Reihenfolge diese auf den Körper aufgetragen werden. Die schwachen Bakterien bilden die erste Schicht auf dem Körper, damit ihnen ungehindertes Wachstum und somit die bestimmte, gewünschte Farbe am Bild ermöglicht wird. Nach dem Auftragen der unsichtbaren Bakterienfarbe am Körper erfolgt ein Körperabdruck auf ein Textil, welches mit Nährstoffen für die Bakterien versehen ist. Sobald die Bakterien sichtbar gewachsen sind, wird ihr Wachstum gestoppt und somit der Körperabdruck dokumentiert. Jeder sichtbare Punkt auf dem Bakterienbild hat eine besondere Bedeutung und steht für einengemeinsamen Denk- und Experimentierprozess. Sonja Bäumel und Erich Schopf halten ein künstlerisches Abbild eines Moments der Realität fest. Photographie (pic.2/3) von Georg Schenk |
2010/11 || sonja bäumel in collaboration with erich schopf This project deals with the skin bacteria on a human body and the bacteria absorbed on November 11,2010 in a specific area of Vienna. Sonja Bäumel and Erich Schopf develop and speak a language between art and science and thereby create a chemically living full-body image. The conceptual journey including many experiments on Sonja Bäumel’s body. The natural layer of bacteria on the protagonist’s skin was removed and then with an especially developed technique replaced by an artificial layer of bacteria. To produce such a piece of art on a scale of 1:1 requires scientific and technological input of an extremely high level and can be considered an innovative, courageous challenge. The different morphologies, colours and quantities of bacteria on different body areas were examined, analysed, counted and documented. The bacteria were bred, partially reanimated and kept alive at -70 °C. In the framework of an interaction study, experiments were made to study the bacteria’s hierarchies. Weak bacteria were applied first to guarantee their unhindered growth and to achieve the desired colours on the bacteria image. After applying the invisible bacterial colour on the body, a body print was made on a textile material which had been provided with nutrients. As soon as the bacteria visibly grew, their growth was stopped and the actual state was documented with a body print. Every visible point on the bacteria image has special significance and represents a thought process or experiment. Sonja Bäumel and Erich Schopf create an art image of a real invisible moment. Photography (pic.2/3) by Georg Schenk |